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Energie, die aus der Tiefe kommt

23.08.07 - 15:41 Uhr

Von: Jürgen Brück

Bereits seit Jahren werden mit schöner Regelmäßigkeit die Energiepreise von den Versorgern angehoben. Da wundert es nicht, dass sich immer mehr Hausbesitzer nach preisgünstigen Alternativen zu Erdöl und Erdgas umsehen. Eine wachsende Zahl von ihnen interessiert sich im Rahmen dieser Suche für die Erdwärme. Dieser Artikel gibt einen ersten Überblick über das Thema Geothermie. In den nächsten Heften der IKZ-ENERGY wird das Thema weiter vertieft. Es werden dann die einzelnen Verfahren zur Gewinnung der Erdwärme ausführlich vorgestellt. Ebenso werden die Themen Bohrtechnik und Finanzierung und Förderung der Geothermie behandelt.

Bilder: Vaillant



Der Anteil von Erdwärmesystemen nimmt im Neubaumarkt seit einigen Jahren kontinuierlich zu. Wurden im Jahr 2004 bundesweit noch rund 10000 Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren und Grundwasserwärmepumpen in Deutschland installiert, vermeldete die Branche für das Jahr 2006 knapp 29000 neue Anlagen. Die Steigerungsraten liegen derzeit bei über 100%.

Die Branche boomt

Die Präsidentin des Bundesverbandes Geothermie (GtV-BV), Simone Probst, zeigte sich in einer Presseerklärung entsprechend zufrieden und betonte angesichts dieser Entwicklung, die Geothermie habe das Potenzial zu Deutschlands wichtigster Wärmequelle zu werden. "Oberflächennahe Erdwärmesysteme lassen sich fast überall einsetzen", so Probst. Korrekt ausgelegt und installiert verfüge man über eine Wärmequelle, die in Kombination mit der Wärmepumpe die Versorgung mit ­Heizenergie und Warmwasser dauerhaft und vollständig übernehmen könne. Aber auch ohne Wärmepumpe lässt sich die Erdwärme - zumindest im Sommer - gut nutzen, nämlich, um Gebäude zu kühlen. Klimakälte kann man dabei über Erdwärmesonden, Energiepfähle, Grundwasserbrunnen usw. direkt aus dem Boden in ein Gebäude leiten. Es wird in solchen Systemen lediglich die in der Anlage kreisende Wärmeträgerflüssigkeit genutzt bzw. mit Pumpen in den Gebäuden umgewälzt. Der Energieaufwand beschränkt sich also auf den Stromverbrauch eben dieser Pumpen. Mit 1 kWh elektrischer Energie können so bis zu 100 kWh thermischer Energie bereitgestellt werden. Schließlich ist es auch noch möglich, mithilfe der Erdwärme Strom zu erzeugen. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Technologie, die nur in seltenen Fällen für Privathaushalte sinnvoll erscheint. Geothermische Stromerzeugung dürfte ihre größten Potenziale in Großprojekten haben.

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