1.000 Sonnenhäuser zeigen: Die Technik ist längst in der Praxis angekommen - die Politik muss nachziehen
06.01.12 - 10:06 Uhr
Mit dem Atomausstieg der Bundesregierung geht für die Branche der Erneuerbaren Energien ein ereignisreiches und turbulentes Jahr zu Ende. Obgleich die gesetzlichen Regelungen für die Nutzung der Solarenergie im Wärmesektor deutlich hinter den tatsächlichen Notwendigkeiten zurück bleibt, konnte das Sonnenhaus-Institut e.V. in diesem Jahr eine große Anzahl neuer Sonnenhäuser verzeichnen, so dass das Kompetenznetzwerk anlässlich seiner Jahreshauptversammlung Ende letzten Jahres das 1.000ste Sonnenhaus vorstellen konnte.
„Wir freuen uns über den Bau des 1.000sten Sonnenhauses. Es zeigt, dass unser Bau- und Heizkonzept längst in der Praxis angekommen ist“, so Peter Rubeck, Geschäftsführer des Sonnenhaus-Institut e.V. „Vor allem gab es in dem zurückliegenden Jahr einen großen Zuwachs an solar beheizten Mehrfamilienhäusern. Damit etabliert sich ein neuer Anwendungsbereich, der die Vorteile geteilter Sonnenwärme unwiderstehlich macht.“ Zumeist sind es die unwägbaren Verhaltensweisen einzelner Nutzer, die Heiz- und Nebenkosten für eine gesamte Hausgemeinschaft eines Mehrfamilienhauses in die Höhe treibt. Die durchgehend niedrigen Heizkosten machen Sonnenhäuser insbesondere für diesen Bereich so attraktiv. Im Vergleich zu anderen Niedrigenergiekonzepten erreicht ein Sonnenhaus behaglichen Wohnkomfort mit den geringsten Heizkosten und ohne jede Einschränkung. Die aktuelle Marktumfrage unter den Mitgliedern des Instituts brachte die wesentlichen Hemnisse in der Verbreitung des Sonnenhaus-Konzeptes klar ans Tageslicht: Zum einen sind es die unzureichenden politischen Rahmenbedingungen, die in erster Linie die Gebäudehülle vor der Anlagentechnik, insbesondere der Solarthermie, bevorzugt. Zum anderen sind es die örtliche Bauvorschriften und die Bauleitplanung, die zu den oft unüberwindbaren Schwierigkeiten bei der Realisierung von Projekten führt. „Es ist erschreckend, dass selbst in aktuellen Bebauungsplänen die passive und aktive Sonnenenergienutzung nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das ist angesichts der politischen Veränderungen - Stichwort: Atomausstieg, Energiepreissteigerungen und Klimawandel - unbegreiflich. Hier ist gerade im kommunalen Bereich ein ehrgeiziges Umdenken gefragt“, bringt es Georg Dasch, 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts auf einen Nenner.
|
Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein.
IKZ-Energy Ausgaben Seminare und
|
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.