Haftungsrisiken richtig bewerten und bewältigen - Solarteure im Spannungsfeld zwischen den Gewerken
06.01.10 - 09:40 Uhr
Andreas Lietz
Der nachstehende Artikel behandelt die Stellung des Solarteurs und dessen Haftung gegenüber dem Anlagenbetreiber. Darüber hinaus wird auf die häufigsten Fehler hingewiesen.
Solarteure bewegen sich in einem bisher wenig beachteten Spannungsfeld zwischen verschiedenen Gewerken. Die zum Errichten einer Solaranlage notwendigen Arbeitsschritte berühren gleich mehrere klassische Gewerke. Solarteure bewegen sich in einem bisher wenig beachteten Spannungsfeld zwischen verschiedenen Gewerken. Die zum Errichten einer Solaranlage notwendigen Arbeitsschritte berühren gleich mehrere klassische Gewerke, wie beispielsweise das Elektro-, Dachdecker- oder SHK-Handwerk. Dabei sind diverse Vorschriften der Einzelgewerke zu beachten. Darüber hinaus reicht der Solaranlagen-Installateur die von den Herstellern der Komponenten (Module, Kabel, Wechselrichter, Untergestelle) gegebenen Produkt- und Leistungsgarantien an seinen Kunden weiter und bestätigt zumeist die Richtigkeit der mitgelieferten Prüfbescheinigungen, Zertifikate und Garantieerklärungen. Nicht erst seit Einführung des Dächerpasses (PV-Anlagenpass) ist der Solarteur damit erster Ansprechpartner für den Anlagenbetreiber, sobald nicht die versprochene Leistung erbracht wird oder sich anderweitige Störungen im Rechtsverhältnis "Kaufvertrag mit Montageverpflichtung" (BGH, VIII ZR 76/03 v. 03.03.04) ergeben. "Mädchen für alles" Die Errichtung einer Solaranlage zur Stromerzeugung betrifft zunächst das Elektrohandwerk. Unabhängig vom Montageort werden elektrotechnische Bauteile miteinander zu einer PV-Anlage montiert. Wegen der überwiegenden Dachmontage der Anlagen kommt der Solarteur eben-falls mit dem Dachdeckerhandwerk in Berührung, da zumindest Teile der Dachhaut zur Anbringung der Befestigungsteile geöffnet werden müssen. Zudem können mit den Bereichen Sanitär, Heizung und Klima weitere Gewerke betroffen sein, sobald solarthermische Komponenten in Kombination mit der Photovoltaik-Anlage verbaut werden. Oftmals tritt der Solarteur neben der eigentlichen Installation der Anlage auch als Händler und/oder Importeur der zugelieferten Komponenten auf, erstellt die Planung und Ertragsprognose, beurteilt die Statik des Daches, liefert Finanzierungs- und Versicherungsvorschläge und besorgt Anträge beim örtlichen Energieversorger. Je nach Konstellation sind verschiedene Ausprägungen der betrieblichen Tätigkeit des Solarteurs anzutreffen. Keine eindeutige Gewerkezuordnung Wer sich für den Beruf des Solarteurs interessiert, muss zunächst eine Ausbildung in einem klassischen Handwerksberuf ablegen. Die notwendigen Kenntnisse der Solarbranche werden dort aber nur unzureichend und sehr allgemein vermittelt. So ist eine berufsbegleitende Ausbildung zwangsläufig erforderlich, um sich mit den speziellen Anforderungen bei der Planung und Installation einer Solaranlage vertraut zu machen. Eine Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung fordert deshalb auch eine duale Berufsausbildung im Bereich der Erneuerbaren Energien. |
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