Freitag, 18. Mai 2012 Heft IKZ-Energy 2-2009
 
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Anpassung der Heizungsanlage an das Gebäude

23.04.09 - 12:04 Uhr
Frank Hartmann Grundlage einer umfassenden energetischen Sanierung von Wohngebäuden ist die Verbesserung des Wärmeschutzes sämtlicher Umschließungsflächen, die mit dem Außenbereich in Berührung stehen und folglich als thermische Hülle definiert werden. Denn: Die beste Energie ist die, welche nicht benötigt wird. Die Art der Wärmeerzeugung steht - auf dem Weg zur konsequent angewandten Energieeffizienz - weit hinten in der Prioritätenliste. Viel wichtiger ist die Betrachtung der Bereitstellung und Verteilung von Wärme im Gebäude. Dies wird leider sehr oft übersehen und somit werden Optimierungspotenziale häufig nicht genutzt.

"Centra"-Aufsatzregler mit Heizkennlinie.

Die Verbesserung des Wärmeschutzes, der Austausch von Fenstern und die Beseitigung von Wärmebrücken und anderen Schwachstellen in der thermischen Hülle haben nicht selten mehr als eine Halbierung des Heizwärmebedarfs zur Folge. Zudem verändern sich die Anforderungen an die Wärmeübertragung an den Raum dergestalt, da das Auskühlverhalten durch die verringerte Wärmetransmission von innen nach außen positiv beeinflusst wird. Eine höhere Oberflächentemperatur an den Innen-Wandflächen und die Verringerung von Luftbewegungen erlauben auch eine wesentlich niedrigere Raumluft-Iinnentemperatur von oft mehr als 2 °C.
Wo früher 22 °C und mehr notwendig waren, um Undichtigkeiten und andere Mängel zu "kompensieren", genügen nach der Optimierung der thermischen Hülle in der Regel 19 °C - 20 °C vollkommen.

Heute schon und in Zukunft, werden von Anlagensystemen höhere dynamische Leistungen und flexiblere Regelstrategien gefordert. In Altbauten mit hohem Wärmebedarf fallen Störgrößen und Lastprofile durch hohe Defizite bezüglich Wärmeschutz und Luftdichtigkeit kaum ins Gewicht und wurden daher kaum entsprechend beachtet. Vielmehr konstruierte man sich durch die altbekannten Überdimensionierungen einen vermeintlichen doppelten Boden. Je besser ein Gebäude aber Wärme- und lüftungstechnisch optimiert ist, desto offensichtlicher und schwerwiegender werden die Einflüsse diverser Anlagenparameter spürbar. Umso mehr ist die Anpassung der Heizungsanlage an das Gebäude und seine Bewohner von elementarer Wichtigkeit, will man die Energieeffizienz auf den Punkt bringen und zugleich Wärmekomfort nachhaltig sicherstellen.

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