Studie zeigt enormes Energieeinsparpotenzial bei Hallengebäuden auf
04.10.11 - 07:52 Uhr
Bis zu 60 Prozent des Gesamtheizverbrauchs für Hallen lassen sich durch moderne, hallenspezifische Heizsysteme und bauliche Sanierung einsparen.
15 Prozent des Wärmemarktes in Deutschland werden zum Heizen von Hallengebäuden mit einer Raumhöhe von mehr als 4 Metern benötigt. Bis zu 60 Prozent dieser Energie lassen sich durch umfassende Modernisierungen auf Neubauniveau – Austausch alter Heizungsanlagen gegen moderne, hallenspezifische Heizsysteme sowie bauliche Maßnahmen – einsparen, mit
einem positiven Effekt auf den CO2-Ausstoß. Dies sind einige der Forschungsergebnisse der Studie „Gesamtanalyse Energieeffizienz Hallengebäude“ die Prof. Dr.-Ing. Bert Oschatz, ITG Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden, heute auf der Fachmesse für industrielle Wärme- und Kältetechnik WTTExpo in Karlsruhe präsentierte.
Die Forschungsstudie wurde auf Initiative der Bundesvereinigung der Firmen im Gas- und Wasserfach (figawa) mit Unterstützung der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Straßenwesen durchgeführt. Sie analysiert unter anderem die Gesamtsituation von Hallengebäuden in Deutschland. Gleichzeitig wurde das Verfahren zur energetischen Bewertung von Hallen – als Untergruppe der Nichtwohngebäude – überarbeitet, sodass diese Gebäude zukünftig korrekt energetisch bewertet werden können. Konkret fließen die Forschungsergebnisse in die Überarbeitung der Norm DIN V 18599 und damit in die für 2012 angekündigte Novellierung der Energieeinsparverordnung ein. Neben den Energieeinsparpotenzialen präsentierte Prof. Dr. Oschatz bereits zwei wesentliche Trends auf der WTT-Expo: zum Einen ist der tatsächliche Energiebedarf eines Hallengebäudes oftmals geringer als bisher durch die Energieeinsparverordnung und das in Bezug genommene Berechnungsverfahren (DIN V 18599) abgebildet. Grund hierfür ist die bislang unzureichende Berücksichtigung der baulichen Besonderheiten von Hallengebäuden sowie der hierin üblicherweise verwendeten HLK-Technik. Durch die im Rahmen des Forschungsprojektes erarbeiteten
Normänderungen wird sich zukünftig eine bessere Korrelation zwischen realen Energieverbrauchswerten und rechnerisch ermittelten Energiebedarfswerten ergeben. Zum Anderen ist eine differenziertere Bewertung von Hallenheizsystemen zukünftig möglich, da unterschiedliche Systeme genauer unterschieden werden können. So sieht es der neue Normungsentwurf zur DIN V 18599 vor.
„Die Ergebnisse zeigen die erheblichen Einsparpotenziale im Bereich der industriellen Hallenheizsysteme. Zudem können wir mit Hilfe der Ergebnisse den für Hallengebäude bedeutenden Markt für dezentrale Hallenheizungssysteme besser einschätzen und hieraus zuverlässige Daten für die erzielbare Energieeinsparung beziehungsweise CO2-Reduzierung ableiten. Aufgrund ihrer hohen Effizienz wird ein Großteil der dezentralen Systeme in Verbindung mit dem baulichen Wärmeschutz und intelligenter Planung auch künftigen Vorgaben der EnEV und EEWärmeG sicher erfüllen.“, erklärt Dr. Norbert Burger, Geschäftsführer des Fachbereichs Gas bei der figawa.
Detaillierte Ergebnisse und eine Zusammenfassung der Studie werden in Kürze veröffentlicht und präsentiert. Der Vortrag von Prof. Oschatz fand im Rahmen einer figawa-Vortragsreihe der WTTExpo zu dem Thema „Moderne Hallengebäude – ein wichtiger Markt für energieeffiziente Systeme“ statt. Weitere Gastredner waren Wolfgang Müller vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, der die Rahmenbedingungen für Energieeffizienz im Kontext der nationalen und europäischen Energie- und Klimapolitik erläuterte. Um die Nutzung regenerativ erzeugter Gase ging es in der Präsentation von Dr. Holger Dörr von der DVGW-Forschungsstelle in Karlsruhe. Er zeigte auf, welche Auswirkung die Einspeisung regenerativ erzeugter
Gase auf die Gasbeschaffenheit von industriellen und gewerblichen Anwendungen hat.
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