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Deutschlands Wohnungen verbrauchen immer weniger Energie

28.09.11 - 10:42 Uhr
Energieverbrauch seit 2005 um rund 11 % gesunken / Ost-West-Gefälle nimmt langsam ab / Musterschüler kommen aus Bayern

Mehrfamilienhäuser in Deutschland benötigen immer weniger Energie: Seit 2005 sank der Verbrauch um rund 11 %, von 2009 auf 2010 betrug der Rückgang 2,3 Prozent. Damit liegt der Energieverbrauch im Bundesdurchschnitt derzeit bei 131,1 Kilowattstunden je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr (kWh/m2a). Das ist das Ergebnis des ista-IWH-Energieeffizienz-Index für die Abrechnungsperiode 2010. Der Index wird jedes Jahr in Zusammenarbeit des Energiedienstleisters ista und dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle erhoben. Die Auswertung ergab auch, dass nach wie vor große Unterschiede zwischen Ost und West existieren, sich die Energiekennwerte aber langsam angleichen.

Der Energieverbrauch in den östlichen Bundesländern sinkt danach langsam, ausgehend von einem Niveau unterhalb des Bundesdurchschnitts. Der Rückgang beträgt 0,97 Prozent durchschnittlich pro Jahr seit 2005 und liegt derzeit bei 122,8 kWh/m2a. Dem gegenüber holt der Westen schneller auf: Der Energieverbrauch liegt derzeit bei 133,6 kWh/m2a und ging seit 2005 um durchschnittlich 2,7 Prozent pro Jahr zurück. Die Dynamik kommt dabei vor allem aus dem Süden, dort liegen sieben der zehn Regionen mit dem deutlichsten Rückgang der Energieverbräuche.

„Die Ergebnisse des Energieeffizienz-Index sind erfreulich, dennoch gibt es noch viel zu tun: Wenn wir in diesem Tempo weiter den Verbrauch senken, wird es schwer die von der Bundesregierung geforderte Quote von 80 Prozent Reduktion bis 2050 zu erreichen. Neben Maßnahmen, wie der energetischen Sanierung empfehlen wir deshalb auch niedrig-investive Lösungen, wie z.B. die optimale Heizungseinstellung oder die Beeinflussung des Nutzerverhaltens durch professionelles Energiedatenmanagement“, erklärt Peter Ruwe, CSO von ista Deutschland.

Eigentümer nutzen Fördermittel zur energetischen Sanierung

Insgesamt ist eine verstärkte Bau- und Sanierungstätigkeit in den Regionen zu beobachten, die mit Fördermitteln unterstützt werden. So gehören sieben der zehn Regionen mit dem deutlichsten Rückgang des Energieverbrauchs zu den Top-20-Fördermittelempfängern aus den Programmen zur CO2-Gebäudesanierung. „Die Schlussfolgerung, dass der in diesen Regionen erfolgte Rückgang des Energieverbrauchs auf die Förderung zurückgeführt werden könnte, wäre jedoch verfrüht. In welchem Umfang die Unterstützung zusätzliche Investitionen im Bereich der energetischen Ertüchtigung angestoßen hat, müssen wir im Rahmen weiterer Untersuchungen prüfen“, so Professor Martin T. W. Rosenfeld, Leiter der Abteilung Stadtökonomik am IWH.

Die Regionen mit den geringsten Verbräuchen liegen vornehmlich im Süden der Republik: Spitzenreiter ist das Allgäu (101,6 kWh/m2a), gefolgt vom bayerischen Landshut (105,9 kWh/m2a) und der Region Südostoberbayern (108,3 kWh/m2a). Auf Platz vier und fünf kommen Mittelthüringen (110,4 kWh/m2a) und Schwarzwald-Baar-Heuberg (110,7 kWh/m2a). Der ista-IWH-Energieeffizienz-Index gibt Auskunft über die Entwicklung des Heizenergiebedarfs von Mehrfamilienhäusern auf Grundlage tatsächlich gemessener Energieverbräuche. Datengrundlage sind die Verbräuche von 2010 von mehr als 312.000 Liegenschaften beziehungsweise knapp 3 Mio. Wohnungen. Die Energieverbräuche werden mittels ortsgenauer Klimafaktoren um klimatische und Witterungseinflüsse bereinigt.

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