Große Potenziale für Geothermieprojekte
25.09.09 - 08:46 Uhr - Alter: 2 Jahre
Die Nutzung der Geothermie kann zukünftig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und einer zukunftsfesten Energieversorgung leisten. Das ist das Fazit eines Berichts zur Geothermie, den das Kabinett auf Vorschlag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel beschlossen hat. Gabriel geht davon aus, dass die eingeleiteten gesetzlichen Regelungen und Fördermaßnahmen zu einer deutlichen Marktbelebung führen werden. Bundesumweltminister Siegmar Gabriel: Große Potenziale bei der Geothermie. Bild: BMU Bis zum Jahr 2020 sollen etwa 280 MW Leistung zur geothermischen Stromerzeugung installiert sein, das Vierzigfache der gegenwärtig installierten Leistung. Bei einer Leistung von etwa 5 MW pro Kraftwerk entspricht dies mehr als 50 Kraftwerken. Diese Kraftwerke haben das Potenzial, rund 1,8 Mrd. kWh Strom pro Jahr zu erzeugen. Im Bereich der Wärmeerzeugung wird erwartet, dass 2020 insgesamt 8,2 Mrd. kWh Wärme aus Anlagen der tiefen Geothermie erzeugt werden können. Nach 2020 wird mit einer Beschleunigung des Wachstums und einer installierten elektrischen Leistung von 850 MW bis 2030 gerechnet.
Exportchancen Das zum 1. Januar 2009 in Kraft getretene neue EEWärmeG bildet für die Wärmeerzeugung eine geeignete Grundlage. Im MAP wurde die Förderung speziell durch das neue Kreditprogramm zum Fündigkeitsrisiko erweitert und verbessert. Eine kontinuierliche Forschungsförderung sorgt für eine Verringerung der technischen und geologischen Risiken. Nach Branchenangaben sind durch die aktuellen Gesetzesänderungen und die neuen Förderbedingungen im MAP rund 20 Projektplanungen im vergangenen Jahr mit einem Investitionsvolumen von voraussichtlich rund 200 Mio. Euro neu initiiert worden. Damit sind insgesamt etwa 180 Erlaubnisse und Bewilligungen zur Aufsuchung von geothermischen Ressourcen erteilt. Mit den deutschen Erfahrungen und weltweit großen Potenzialen für Geothermieprojekte in einem Temperaturbereich bis etwa 170 °C entstehen mittel- bis langfristig für deutsche Unternehmen gute Exportchancen.
Rechtsgutachten
Das Bundesumweltministerium hat als Grundlage für den Bericht ein Rechtsgutachten erstellen lassen. Das Rechtsgutachten beschreibt den aktuell geltenden Rechtsrahmen, identifiziert Hemmnisse und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Dazu gehören u. a. eine umfassende Überprüfung der Wirksamkeit und des Zusammenspiels der Förderinstrumente, insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrise. Zudem soll die Forschung mit dem Schwerpunkt im Bereich der petrothermalen Geothermieprojekte ausgebaut werden. Bei diesen Projekten wird nicht Thermalwasser für die Energieproduktion genutzt, sondern direkt die Wärme aus dem heißen Untergrundgestein. Handlungsbedarf gibt es auch beim Zugang zu geologischen Daten. Im Gegensatz zu vielen anderen europwäischen Ländern sind Bohrdaten bestehender Bohrungen in Deutschland nicht offenzu-
Der Geothermiebericht steht unter www.erneuerbare-energien.de/inhalt/43494/4594/ als Download zur Verfügung. Gabriel eröffnet Kompetenzzentrum zur Finanzierung EE Kontakt: |